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Tagesausgabe

150 Demonstrierende setzen sich für Long Covid und ME/CFS ein

Vor rund 150 Menschen versammelten sich am Nordermarkt, um auf die Herausforderungen von Long Covid und ME/CFS aufmerksam zu machen. Die Betroffenen fordern mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Nina Richter··2 Min. Lesezeit

Am vergangenen Sonntag versammelten sich rund 150 Betroffene und Angehörige am Nordermarkt, um auf die teils verheerenden Folgen von Long Covid und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Unser Leben zerrinnt“ trugen die Teilnehmer Plakate und Schilder, um ihre Forderungen nach mehr Unterstützung und Verständnis in der Gesellschaft zu verdeutlichen.

Die Stimmung war trotz der ernsten Thematik kämpferisch. Viele der Anwesenden berichten von einem täglichen Kampf mit den Symptomen, die oft unbeachtet bleiben. „Es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft erkennt, was wir durchmachen müssen“, sagte eine Betroffene, die seit Monaten mit den Nachwirkungen einer Corona-Infektion zu kämpfen hat. Das Publikum nickte zustimmend, und die Solidarität war deutlich spürbar.

Das Problem ist groß und betrifft nicht nur Einzelne, sondern auch die Angehörigen, die oft an der Seite ihrer Liebsten leiden. ME/CFS und Long Covid sind Krankheiten, die oft als unsichtbar gelten, was es für Außenstehende schwer macht, das volle Ausmaß der Herausforderungen zu erkennen. Für viele ist es bereits ein täglicher Kampf, die einfachsten Dinge des Lebens zu bewältigen.

„Wir haben hier niemanden, der uns helfen kann. Wir fühlen uns allein gelassen“, erklärte ein Angehöriger eines Betroffenen. Mit dieser Demonstration fordern die Teilnehmenden nicht nur mehr Aufmerksamkeit, sondern auch eine verbesserte medizinische Versorgung und Forschung.

In den letzten Jahren hat die Forschung zu Long Covid und ME/CFS zugenommen, doch viele Betroffene fühlen sich immer noch von der medizinischen Gemeinschaft ignoriert. „Wir brauchen dringend neue Behandlungsmöglichkeiten und vor allem mehr Empathie von den Ärzten“, so eine weitere Teilnehmerin.

Diese Sichtweise wird von einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten geteilt, die auf die Notwendigkeit einer verstärkten Forschung hinweisen. „Es ist nicht genug, nur zuzuhören“, sagte ein Arzt, der die Demonstration unterstützte. „Wir müssen auch handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen, um den Betroffenen zu helfen.“

Die Forderungen der Demonstrierenden sind klar: mehr medikamentöse Therapieoptionen, finanzielle Unterstützung für Betroffene, und eine bessere Sensibilisierung in der Gesellschaft. Viele Menschen wissen einfach nicht genug über die Erkrankungen, und das führt zu einem Mangel an Verständnis und oft auch zu sozialer Isolation für die Betroffenen.

Auf den Plakaten, die die Teilnehmer hochhielten, waren Botschaften wie „Wir sind nicht faul, wir sind krank“ und „Long Covid ist real“ zu lesen. Diese Slogans sollen die Aufmerksamkeit auf die ständige Diskriminierung lenken, der Menschen mit unsichtbaren Krankheiten ausgesetzt sind.

Die Demonstration fand nicht nur am Nordermarkt, sondern in vielen Städten Deutschlands und darüber hinaus statt. Eine neue Welle des Aktivismus für mehr Rechte und Anerkennung für Menschen mit Long Covid und ME/CFS ist im Entstehen. „Wir sind hier und wir lassen uns nicht ignorieren“, hieß es in einem der Redebeiträge.

Die Sonne schien, die Atmosphäre war geprägt von Hoffnung und dem unermüdlichen Willen, für die eigenen Rechte zu kämpfen. Die Menschen auf dem Nordermarkt haben eindrucksvoll gezeigt, dass sie dafür bereit sind, sich für sich selbst und für andere stark zu machen.

Abschließend bleibt abzuwarten, welche weiteren Schritte unternommen werden, um die Bedürfnisse dieser oft übersehenen Gemeinschaft zu unterstützen. Doch eines ist sicher: Die Stimme dieser Betroffenen wird immer lauter, und die Gesellschaft hat keinen Grund, sie zu ignorieren.